Kann man Kurzsichtigkeit heilen oder verbessern?

 

Haben Sie sich jemals gefragt, ob Sie Ihre Sehschwäche auch wieder Rückgängig machen können?
 
 
Wäre es nicht ein Segen, die lästige Sehhilfe nicht ständig tragen zu müssen. Kein Problem mehr im Schwimmbad oder in der Sauna. Außerdem drückt die Brille ganz schrecklich, wenn man es sich so richtig gemütlich machen möchte. Und Kontaktlinsen kann man auch nicht den ganzen Tag tragen - und wenn doch, hat man spätestens dann ein Problem, wenn man unter trockenen Augen leidet oder Heuschnupfen hat.
 
 
Ich stelle mir im Moment genau diese Frage und habe gestern einen Selbstversuch gestartet. Dazu möchte ich erst einmal etwas über meine "Augenvergangenheit" erzählen:
 
 
Ich trage eine Brille seit ich 13 bin. Meine erste Brille hatte eine lächerliche Sehstärke von vielleicht -0,5 Dioptrien. Eigentlich hatte ich nicht wirklich Sehschwierigkeiten, aber der Sehtest sagte ja eindeutig, dass meine Sehkraft schwächelt. Laut Optiker zumindest. Also musste eine Brille her. Diese Brille trug ich die ganze Zeit, von morgens bis abends. Zwei Jahre später ist meine Sehkraft weiter gesunken. Ich suchte mir ein neues Modell aus und hatte jetzt eine Brille mit -1,5 Dioptrien. Diese trug ich aber nur noch selten. In der tiefsten Pubertät, mit 15 Jahren, findet man Brillen einfach überflüssig. Ich sah viel fern und zeichnete und spielte Computer. Für diese Tätigkeiten hat meine Sehkraft gereicht. Ich bekam aber langsam Schwierigkeiten in der Schule, denn die Tafel war nun mal etwas weiter entfernt als 1 Meter. Also habe ich meine Brille nur in der Schule getragen. Diese ging irgendwann kaputt und nach einigen Monaten ohne besorgte ich mir dann beim Optiker Kontaktlinsen. Diese trug ich wirklich viel, nach dem Aufstehen bis zum Schlafengehen, ich hatte ja keine Brille mehr für die Zwischenzeit. Einige Jahre später bekam ich Heuschnupfen UND trockene Augen. Im Sommer konnte ich die Linsen kaum tragen wegen der Allergie und im Winter nicht wegen der trockenen Heizungsluft. Also besorgte ich mir wieder eine Brille, diesmal schon mit -2,75 Dioptrien. Meine Augen wurden also immer schlechter. So ähnlich sieht es auch mit meinen jetzigen Werten aus (ich bin jetzt 27):
 
Linkes Auge: -2,75 Dioptrien, -0,75 Hornhautverkrümmung
 
Rechtes Auge: -3,00 Dioptrien, -0,25 Hornhautverkrümmung.
 
 
 
Was halten Sie eigentlich von den Sehtests?
 
 
Ich bin mir unschlüssig, was ich allgemein von den Sehtests bei Optikern halten soll. Zumal dieser selbstverständlich Brillen verkaufen muss, denn davon lebt er schließlich. Ich sehe morgens beispielsweise immer besser als abends. Wenn ich den ganzen Tag Brille trage, fühle ich mich abends gleich doppelt so blind. Dann bekommt man also einen Termin zum Sehtest nachmittags um 16:00 Uhr. Dann geht das Rätselraten los: "Sehen Sie besser oder schlechter oder gleich? Ist es schärfer oder nur kleiner? Oder doch keine Veränderung?". Hand aufs Herz, wer war bei mindestens einer dieser Fragen schon total verunsichert und hat eher geraten? Ich kann oftmals gar nicht sagen ob es nun schärfer ist oder bloß kleiner. Und wenn ich dann die neue Brille in der Hand, beziehungsweise auf der Nase, habe, frage ich mich jedesmal: Ohje, hoffentlich habe ich alles richtig gesagt beim Sehtest. Nachdem ich meine jetzige Brille bekam hatte ich erstmal mindestens 2 Woche lang sehr starke Kopfschmwerzen und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das die richtigen Werte sind.
 
 
Davon abgesehen sieht man nicht an jedem Tag gleich gut. Das Sehvermögen unterliegt natürlichen Schwankungen, genauso wie jedes andere Organ auch. Wenn der Sehtest nun an einem Tag gemacht wurde, an dem man besonders schlecht sieht, läuft man ständig mit einer unpassenden Brille herum.
 
 
 
Die Augen werden träge
 
 
Die Augenmuskulatur muss trainiert werden, genauso wie jeder andere Muskel unseres Körpers. Richtet sich der Blick ständig auf nahe Gegenstände, wie etwa Monitore, Bücher, Fernseher etc. und schaut man zu wenig in die Ferne, stellen sich die Augen auf diese nahe Sichtweite ein. Es fällt zunehmend schwerer, entferntere Gegenstände scharf zu sehen. Trägt man zudem noch ständig eine Sehhilfe, wird den Augen noch mehr Arbeit abgenommen.Eigentlich ist es völlig sinnlos, die Sehhilfe auch bei Arbeiten am Computer oder ähnlichem zu tragen. Dort hatte ich auch zunächst keine Probleme. Durch das ständige tragen der Brille, sogar beim Lesen, fällt mir das sehen auch bei diesen Tätigkeiten immer schwerer.
 
 
Was kann man dagegen tun?
 
 
Ich bin davon überzeugt, dass man eine erworbene, also keine angeborene, Sehschwäche durch gezieltes Training der Augen verbessern kann. Ich weiß nicht, ob man ohne Sehhilfe jemals wieder perfekt sehen kann, aber wenn ich zumindest bei nicht lebensbedrohlichen Situationen (wie etwa beim Autofahren) keine Brille mehr tragen müsste, wäre ich überglücklich. Ich werde nun für etwa 2 Monate weitgehenst auf meine Brille verzichten oder eine schwächere (mein Vorgängermodell) tragen. Ich werde gezielt Pausen für die Augen einlegen und regelmäßig über den Tag verteilt meinen Blick während der Büroarbeit vom Monitor weg auf einen fernen Punkt richten. Beim Lesen und Fernsehen wird die Brille komplett weggelassen.  Nach dieser Zeit werde ich einen Sehtest machen, an einem Tag, an dem ich noch keine Brille aufhatte, am besten morgens. Ich bin gespannt, ob sich an meinen Werten etwas verändern wird.
 
 
Heute ist bereits mein 3. Tag mit "wenig" Brille. An Tag 1 habe ich auch im Büro keine Brille getragen und nur beim Autofahren. Da ich mit Programmen arbeite mit sehr kleiner Schrift, die sich nicht vergrößern lässt, musste ich mich sehr anstrengen um überhaupt etwas zu erkennen. Zum Ende des Tages hatte ich höllische Kopfschmerzen. Ich habe mich dann dazu entschlossen, zumindest im Umgang mit diesen Programmen meine alte, schwächere Brille zu tragen, da ich befürchte sonst nach 2 Monaten einen krummen Rücken zu haben durch das ständige nach vorne beugen (Hä? Was steht da?).
 
Ich werde definitiv weiter berichten, wie sich meine Sehkraft so entwickelt und was meine Eindrücke bei meinem Experiment sind.